Beim Start der Heizung hört man ein leichtes Gluckern in den Leitungen. Gleichzeitig bleibt der Boden in einigen Bereichen deutlich kühler als in anderen Räumen. Solche Anzeichen entstehen häufig, wenn sich Luft in der Fußbodenheizung gesammelt hat.
Luft im Heizsystem verhindert, dass das Heizwasser gleichmäßig durch die Rohrleitungen fließt. Dadurch entstehen kalte Bereiche im Boden oder einzelne Räume reagieren verzögert. Mit der richtigen Vorgehensweise lässt sich die Luft meist relativ einfach aus dem System entfernen.
Warum Luft in der Fußbodenheizung entsteht
Eine Fußbodenheizung arbeitet als geschlossener Wasserkreislauf. Das Heizwasser zirkuliert ständig durch die Rohrleitungen im Boden und durch den Heizkreisverteiler.
Trotzdem kann Luft in das System gelangen. Häufig passiert das nach dem Nachfüllen von Heizungswasser oder nach längeren Heizpausen.
Auch kleine Druckveränderungen können Luftblasen im Heizsystem entstehen lassen. Diese sammeln sich häufig im Heizkreisverteiler oder in einzelnen Heizkreisen.
Typische Ursachen sind:
- Heizungswasser wurde nachgefüllt
- Heizungsdruck ist zu niedrig
- Luftreste nach Arbeiten am Heizsystem
- längere Stillstandszeit der Heizung
Wenn Luft im System bleibt, wird der Wasserfluss der Heizkreise beeinträchtigt.
Woran man Luft im Heizsystem erkennt
Luft im Heizsystem macht sich im Alltag meist relativ schnell bemerkbar. Besonders Geräusche sind ein deutlicher Hinweis.
Wenn Luftblasen durch die Rohrleitungen wandern, entstehen gluckernde Geräusche im Heizkreisverteiler oder in den Leitungen.
Auch die Wärmeverteilung verändert sich. Einige Räume werden normal warm, andere bleiben deutlich kühler.
Typische Anzeichen sind:
- gluckernde Geräusche im Heizsystem
- kalte Streifen im Boden
- einzelne Räume werden langsamer warm
- unterschiedliche Durchflusswerte im Heizkreisverteiler
Wenn mehrere dieser Hinweise auftreten, steckt meist Luft im Heizkreislauf.
Schrittfolge zum Entfernen der Luft
Die Luft wird in der Regel direkt am Heizkreisverteiler entfernt. Dort befinden sich kleine Entlüftungsventile, über die Luft aus dem Heizsystem entweichen kann.
Eine einfache Reihenfolge hilft dabei:
- Heizkreisverteiler öffnen
- Entlüftungsventil lokalisieren
- Ventil langsam öffnen
- Luft entweichen lassen
- Ventil schließen, sobald Wasser austritt
Während dieser Schritte sollte der Heizungsdruck im System beobachtet werden.
Typische Fehlversuche beim Entfernen von Luft
Viele versuchen zuerst, die Thermostate stärker aufzudrehen. Dadurch läuft die Heizung länger, die Luft im Heizsystem bleibt jedoch bestehen.
Auch das wiederholte Nachfüllen von Heizungswasser gehört zu den häufigsten Fehlversuchen. Dadurch kann zusätzliche Luft in das Heizsystem gelangen.
Ein weiterer Fehler ist das schnelle Öffnen des Entlüftungsventils. Wenn das Ventil zu abrupt geöffnet wird, tritt Wasser unkontrolliert aus.
Deshalb sollte die Entlüftung immer langsam und kontrolliert erfolgen.
Was im Alltag wirklich hilft
Zum kontrollierten Öffnen der Entlüftungsventile am Heizkreisverteiler eignet sich ein Heizungs Entlüftungsschlüssel, mit dem sich Luft gezielt aus den Heizkreisen der Fußbodenheizung entfernen lässt.
Kurzfazit
Luft im Heizsystem gehört zu den häufigsten Ursachen für Probleme bei einer Fußbodenheizung. Geräusche im Verteiler, kalte Stellen im Boden oder verzögerte Erwärmung einzelner Räume sind typische Hinweise.
Mit einer kurzen Entlüftung am Heizkreisverteiler lässt sich die Luft meist schnell aus dem System entfernen. Danach kann das Heizwasser wieder gleichmäßig durch alle Heizkreise fließen.
Häufige Fragen
Wie gelangt Luft in eine Fußbodenheizung?
Häufig nach dem Nachfüllen von Heizungswasser oder durch Druckveränderungen im Heizsystem.
Kann Luft von selbst aus dem System verschwinden?
In den meisten Fällen bleibt sie in den Heizkreisen eingeschlossen und muss gezielt entfernt werden.
Wie lange dauert das Entfernen von Luft aus der Fußbodenheizung?
Meist nur wenige Minuten, abhängig davon, wie viel Luft im System vorhanden ist.
Muss man danach den Heizungsdruck prüfen?
Ja. Beim Entlüften kann etwas Heizungswasser austreten, wodurch der Druck leicht sinkt.